Unglück in Enschede (NL)

Bei der Bewertung des Risikos eines Feuerwerklagers muss man grundlegend unterscheiden, ob es sich dabei um Lager für Kleinfeuerwerk, Grossfeuerwerk oder um eine Produktionsstätte handelt. In Enschede ist eine Feuerwerksfabrik für Großfeuerwerksartikel explodiert und ausgebrannt.

Auf unserem Firmengelände wird ausschliesslich Kleinfeuerwerk (Silvesterfeuerwerk) gelagert. Kleinfeuerwerk basiert auf einer Schwarzpulverbasis mit sehr niedrigen Satzgewichten. Danach dürfen bei Artikeln mit einer Flugweite von unter 50 Meter nur max. 50 g Satz verarbeitet werden. Bei Artikeln mit einer grösseren Flugweite (bis 100 m) beträgt das zugelassene Satzgewicht pro Hülse sogar nur 20 g. Alle Kleinfeuerwerksartikel werden von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) geprüft, zugelassen und klassifiziert. Kleinfeuerwerk gehört der Lagergruppe 1.4 an:
Die Stoffe dieser Gruppe stellen keine bedeutsame Gefahr dar. Sie brennen ab, einzelne Gegenstände können auch explodieren. Die Auswirkungen sind weitgehend auf das Packstück beschränkt. Es entstehen keine Sprengstücke gefährlicher Grösse und Flugweite (nicht massenexplosionsfähig). Ein Brand ruft keine Explosion des gesamten Inhalts einer Packung hervor. Selbstverständlich gilt jedoch auch für unsere Gebäude ein erhöhter Brandschutz. Hier unterliegen wir zahlreichen Auflagen (schon bei der Erstellung der Gebäude). Die Erfüllung dieser Auflagen wird mehrmals jährlich durch die zuständigen Behörden überprüft.

Unsere Lagerstätten – inklusive Hochregal-Lager für Kleinfeuerwerk der Klassen I und II – sind, entsprechend der Vorschriften des Sprengstoffgesetzes, mit modernen Brandschutzeinrichtungen und Feuermeldesystemen ausgestattet.

Unglücke wie das in Enschede – hervorgerufen durch Feuerwerksartikel – sind bei uns nicht möglich.

Grossfeuerwerk

Für die Lagerung von Grossfeuerwerk und die Herstellung von Feuerwerksartikeln gelten in Deutschland seit Jahrzehnten höchste Sicherheitsanforderungen. Eine Lagerung, wie sie in Enschede praktiziert wurde, wäre in Deutschland unvorstellbar. Strengste Gesetze, ein umfangreiches Genehmigungsverfahren und eine intensive Überwachung durch die zuständigen Behörden sorgen für grosse Sicherheit beim Umgang mit der Pyrotechnik in Deutschland.

Kernpunkte dieser Genehmigungen sind die Sicherheitsabstände zu anderen Gebäuden, bzw. auch zu Wohngebieten sowie die Begrenzung der Lagermengen innerhalb der unterschiedlichen Gefahrengruppen. So werden die Explosivstoffe in speziellen Gebäuden, die dafür mit extra dicken Stahlbetonwänden und Decken ausgestattet sind, gelagert und verarbeitet.
Diese Gebäude werden in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) entwickelt und durch viele Tests auf ihre Eignung geprüft. Durch die Aufteilung der Explosivstoffe auf mehrere dieser Gebäude wird das Gefahrenpotential weiter reduziert.