B. Knallerbsen und ähnliche Gegenstände

§ 38 Allgemeines

Für Knallerbsen und ähnliche Gegenstände, die Silberfulminat oder ähnliche empfindliche Stoffe enthalten, gelten die §§ 2 bis 4, 8 bis 14, 16 bis 23, 26, 28 bis 30 sowie die §§ 39 bis 46. DA

§ 39 Herstellen von Silberfulminat (Knallsilber)

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß

  • - Knallsilber nur in einem Einzelgebäude oder unter einer überdachten Stelle im Freien hergestellt wird,
    - die entstehenden Dämpfe so abgeleitet werden, daß eine Einwirkung auf Beschäftigte vermieden wird,
    - die Höchstmenge an Knallsilber im Herstellungsgebäude oder an einer überdachten Stelle, die direkt an einem Gebäude liegt, 100 g nicht überschreitet, oder an einer überdachten Stelle, die in einem Abstand von 5 m zu anderen Gebäuden liegt, die Höchstmenge nur 200 g beträgt,
    - die Mutterlauge, Spül- und Waschwässer sowie sonstige Rückstände in geeigneter Weise beseitigt werden. DA
§ 40 Trocknen von Knallsilber

(1) Knallsilber in Mengen bis 100 g muß in einem dafür bestimmten Raum und darf nicht zusammen mit Sätzen und Gegenständen getrocknet werden. DA

(2) Mengen von mehr als 100 g müssen in einem dafür bestimmten umwallten Gebäude, jedoch dürfen sie nicht zusammen mit anderen Sätzen und Gegenständen getrocknet werden. Die Höchstmenge darf 500 g je Gebäude nicht überschreiten.

§ 41 Aufbewahren von Knallsilber

Knallsilber darf nur außerhalb der Arbeitsräume aufbewahrt werden, und zwar

  • a) in Mengen bis zu 50 g in einem besonderen Abstellschrank,
    b) in Mengen bis zu 3 kg in einem dafür bestimmten umwallten oder in Ausblasebauart errichteten Gebäude, aber nicht zusammen mit Sätzen und Gegenständen. DA
§ 42 Höchstmengen in den Arbeitsräumen

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß in Arbeitsräumen das Knallsilber jedem Beschäftigten auf einer Schale oder dergleichen aus Pappe, Gummi oder weichem Kunststoff in möglichst kleinen Mengen zugeteilt wird. Dies gilt auch, wenn Knallsilber feucht verarbeitet wird. In jedem Arbeitsraum darf nicht mehr als 10 g offener Knallsilbersatz vorhanden sein.

(2) Bei maschineller Fertigung wird die Höchstmenge im Einzelfall von der Berufsgenossenschaft im Einvernehmen mit der zuständigen Behörde geregelt.

§ 43 Krustenbildung, Abfälle

Bei feuchter Verarbeitung von Knallsilber ist Krustenbildung zu verhüten. Verschüttetes Knallsilber darf nur von Aufsichtspersonen beseitigt werden.

§ 44 Verpacken

Die fertigen Knallerbsen sind sofort, in geeignetem Material eingebettet, in Schachteln zu verpacken. DA

§ 45 Personenzahl

Im Trockenraum, im Herstellungsraum und an der überdachten Stelle im Freien zum Herstellen von Knallsilber, darf jeweils nur eine Person beschäftigt werden.

§ 46 Hautschutz

Der Unternehmer hat Hautschutzmittel zur Verfügung zu stellen. Die Beschäftigten haben die Hautschutzmittel zu benutzen. Unmittelbare Berührung der Haut mit Knallsilber ist zu vermeiden.